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Pädakustik – Früherkennung und Behandlung

Pädakustik – die spezielle Hörgeräteversorgung für Kinder

Lesedauer: ca. 12 min.
Wird bei Neugeborenen, Kleinkindern, Kindern oder Jugendlichen eine Hörminderung diagnostiziert, für deren Therapie das Tragen eines Hörsystems erforderlich ist, fällt die Hörgeräteversorgung in den Fachbereich Pädakustik, der Hörgeräteversorgung bei Kindern. Fachlich und pädagogisch sind Pädakustiker speziell ausgebildet, um diese sehr sensible Patientengruppe bei der Therapie kompetent und einfühlsam zu begleiten.

Hör24 informiert Sie im Folgenden rund um die Pädakustik. Bleiben Fragen offen, melden Sie sich gerne bei uns!

Der Pädakustiker – spezialisiert auf eine koordinierte Behandlung für Kinder mit Hörverlust

Voraussetzung für den größtmöglichen Erfolg einer Therapie bei Hörminderung im Kindesalter ist eine umfassende Koordination und Bündelung aller Maßnahmen. Bei einem Pädakustiker laufen sämtliche Maßnahmen der an einer Behandlung beteiligten Fachkräfte (Kinderärzte, HNO-Fachärzte, Fachärzte für Phoniatrie und Pädaudiologie, Logopäden, Ergotherapeuten, Hörgeschädigten-Pädagogen und viele andere) systematisch zusammen und münden in einer optimalen Versorgung mit einem Hörsystem für das Kind, der Anpassung und der weiteren Betreuung.

Mein Kind ist schwerhörig, was jetzt?

Für junge Eltern ist die Diagnose oft ein Schock: Unser Kind hat kein ausreichendes Hörvermögen. Im ersten Moment fühlen sich viele hilflos, verunsichert und ängstlich.

Diese Reaktionen sind ganz normal! Zum Glück leben wir in einer Zeit, in der die voranschreitenden Technologien viele ausgezeichnete Möglichkeiten bieten – auch für Kinder mit eingeschränktem Hörvermögen. Es wird von vielen Seiten alles dafür getan, damit diese Kinder ihr Potenzial voll entfalten können: Der Pädakustiker ist dabei die zentrale Anlaufstelle. Wenn Sie noch den passenden Pädakustiker für Ihr Kind suchen, steht Hör24 Ihnen gerne bei der Suche zur Seite. Melden Sie sich einfach bei uns.

Zahlreiche HNO-Ärzte kooperieren bundesweit mit uns. Bei Ihrem ersten Besuch in der HNO-Praxis wird die Ursache des Hörverlustes abgeklärt, ein umfassender Hörtest und falls gewünscht eine umfangreiche Beratung zu den Versorgungsmöglichkeiten durchgeführt.

Neugeborenen-Hörscreening – Früherkennung eines Hördefizits

Schon bei Neugeborenen ist das Hörorgan vollständig ausgereift. Während der ersten anderthalb Lebensjahre bilden sich die elementaren Verknüpfungen zwischen Lautwahrnehmung und Verarbeitung im Gehirn. Bis zum sechsten Lebensjahr ist diese Entwicklung abgeschlossen. Schwerhörigkeit oder Hörverlust bei Kindern muss daher rasch erkannt und umfassend behandelt werden, damit Sprachentwicklung und soziale Fähigkeiten unbeeinträchtigt bleiben.

Schon bei Neugeborenen ist das Hörorgan vollständig ausgereift.

Um möglichst früh erkennen zu können, ob Ihr Kind bereits mit einer Hörminderung zur Welt gekommen ist, gehört das Neugeborenen-Hörscreening heute zu jeder Erstuntersuchung eines Neugeborenen. Bei diesem Screening werden otoakustische Emissionen (OAE) überprüft. Das sind Rückmeldungen des Innenohrs auf Töne und Geräusche. Diese können einen Hinweis darauf geben, ob die Sinneszellen des Innenohres funktionieren. Die Untersuchung ist für das Kind völlig schmerzfrei, ohne Nebenwirkungen und dauert nur wenige Minuten. In das Ohr Ihres Kindes werden über eine Sonde Töne übertragen und die darauf erfolgende Reaktion des Innenohrs (Emission) gemessen und registriert. Als Resultat kann eine Auffälligkeit oder Unauffälligkeit des Hörvermögens angegeben werden. Ist das Ergebnis auffällig, wird eine BERA Messung veranlasst.

Doch auch nach einem ersten Screening ohne Auffälligkeiten kann sich eine Hörminderung entwickeln. Achten Sie deshalb immer darauf, wie Ihr Kind körperlich, mimisch und stimmlich auf Geräusche reagiert:

Sie würden gerne mehr über das Gehör, Schwerhörigkeit und Hörsysteme erfahren? Dann fordern Sie einfach unseren Hör-Ratgeber an!

In dieser Broschüre finden Sie Wissenswertes und Hilfreiches zum Thema "Hören und Hörhilfen".
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BERA – die erste Diagnose bei einer Hörminderung

Abbildung 1: Hirnstamm-Audiometrie (BERA)

War das Neugeborenen-Hörscreening bei der Früherkennung auffällig, wird eine Hirnstamm-Audiometrie (BERA) durchgeführt. Die BERA-Messung erfolgt in der Regel, während das Kind schläft. Ihrem Kind werden Elektroden an den Kopf gesetzt, ähnlich wie bei einem EEG. Nun werden Klicks oder Pieptöne über einen Kopfhörer in abnehmender Lautstärke an das Innenohr gesendet. Die Signale werden von den Sinneszellen des Innenohrs auf den Hörnerv übertragen und dessen Reaktion von den Elektroden registriert.

Aus diesen Informationen lässt sich ableiten, welche Lautstärke notwendig ist, um ein Tonsignal über den Hörnerv an das Gehirn zu leiten. Man erhält anhand dieser Audiometrie eine erste Übersicht über die Hörschwellen bei der akustischen Wahrnehmung Ihres Kindes und kann somit erkennen, in welchen Tonlagen das Gehör normal reagiert und wo dies nicht der Fall ist und das Hörvermögen entsprechend eingeschränkt ist.

Das Audiogramm: Was wird gehört, und was nicht?

Hier sehen Sie den Aufbau eines Audiogramms, mit der Gradeinteilung von Hörminderungen. Man kann anhand der Symbole gut erkennen, welche Klangsignale bei der entsprechenden Hörminderung verloren gehen – dies gilt bei der Diagnose einer Schwerhörigkeit bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen.

Abbildung 2: Aufbau eines Audiogrammes ©Phonak

Der Besuch beim Pädakustiker – erste Schritte zu einem neuen Hören

Haben Sie nach der BERA Messung die Bestätigung erhalten, dass Ihr Kind ein Hörsystem erhalten soll, bekommen Sie eine Verordnung für eine Hörhilfe. Mit dieser Verordnung können Sie sich an einen Pädakustiker in Ihrer Nähe wenden.

Sie haben die freie Wahl und sollten aufgrund der zahlreichen anstehenden Besuche einen gut zu erreichenden Ansprechpartner finden, bei dem Sie und auch Ihr Kind sich wirklich wohlfühlen. Bei der Suche nach einem Pädakustiker in der Nähe steht Ihnen Hör24 gerne zur Seite.

Der Pädakustiker wird sich die Daten aus der Klinik/Pädaudiologie ansehen und sich in Hinsicht auf die nun folgende Hörsystemanpassung mit Ihnen abstimmen. Beim ersten Termin geht es vor allem darum, Ihre Fragen und Anliegen eingehend zu besprechen, den weiteren Ablauf der Therapie zu vereinbaren und alle weiteren wichtigen Punkte zu klären. Ihr Kind soll sich mit der Umgebung vertraut machen und die neue Person kennenlernen. Zum Ende werden dann Abformungen von den Ohren Ihres Kindes genommen, um passende Ohrstücke (Otoplastiken) für die Hörsysteme anfertigen zu lassen.

Das erste Hörsystem – worauf kommt es an?

Kinder werden grundsätzlich mit sehr hochwertigen und robusten Geräten ausgestattet. Wichtig für Sie: Die Hörgeräteversorgung und die entsprechende Nachbetreuung ist für Kinder bis zum Alter von 18 Jahren im Regelfall kostenfrei.

Wenn Ihr Kind sehr früh mit Hörsystemen versorgt wird, sollten alle Zusatzfunktionen der Geräte zunächst deaktiviert sein. Ihr Kind soll lernen/trainieren, selbstständig Wichtiges von Unwichtigem und Nutz- von Störsignalen zu unterscheiden und dadurch sein Hörvermögen zu schulen.

Wenn sich der Alltag, und damit oft auch die Hör-Anforderungen ändern, können gezielt Funktionen zur Verbesserung der Hörfähigkeit aktiviert werden.

Ganz wichtig: Die Geräte sollen robust sein, um den Belastungen eines kindlichen Alltags standzuhalten. Ihr Pädakustiker kümmert sich um den Antrag der Kostenübernahme für ein passendes Hörsystem bei der Krankenkasse (mit Ausnahme privatversicherter Patienten).

Nach ein bis zwei Wochen erfolgt die Erstanpassung. Das Hörsystem wird dazu auf die vorhandenen BERA-Hörmesswerte eingestellt. Zu Beginn des Termins wird Ihnen alles Wichtige zu den Hörsystemen erklärt. Dazu gehören Handhabung, Reinigung und Pflege, Fehlerquellen und Fehlerbehebung sowie Sicherheitshinweise der Hörgeräte.

Vor der ersten Aktivierung des neuen Hörsystems werden verschiedene akustische Signale (z.B. Rasseln, Klingeln …) erzeugt, um die Reaktionen ihres Kindes darauf zu beobachten. Dann wird das Hörsystem an und in den Ohren Ihres Kindes befestigt und zum ersten Mal aktiviert. Je nach Alter und vor allem dem Grad der Hörminderung sind die ersten Reaktionen unterschiedlich. Oft ist bereits beim ersten Ansprechen durch die Eltern eine deutliche Reaktion zu erkennen.

Bevor Sie mit dem neuen Hörsystem in die erste Testphase starten, werden die bereits bekannten Signale, dieses Mal mit dem Hörsystem im Vergleich, überprüft. Dabei werden auch lautere Geräusche erzeugt, um die Begrenzung der Hörsysteme zu justieren. Denn natürlich soll Ihr Kind nur das besser hören, was es vorher akustisch nicht so gut wahrnehmen konnte. Nun sind die Weichen für eine normale Sprachentwicklung dank der frühzeitigen Diagnose und Behandlung einer Schwerhörigkeit gestellt, und Ihr Kind kann den Alltag neu erleben.

Sie würden gerne mehr über passende Hörsysteme für Ihr Kind erfahren? Dann melden Sie sich bei uns – Hör24 informiert Sie gerne umfassend dazu.

Wir beraten Sie gerne kostenlos und unverbindlich. Rufen Sie uns an. Oder fordern Sie jetzt gleich eine telefonische Beratung an. Wir begleiten Sie auf Ihrem Weg zum besseren Hören.

Die Zeit danach – Fortschritte und Optimierungen

Im Zuge der Anpassung wird Ihr Pädakustiker aufeinanderfolgende Termine zur Besprechung und Überprüfung der Entwicklung mit Ihnen und Ihrem Kind vereinbaren. Es werden ggf. auch Vergleichssysteme getestet, um am Ende das für Ihr Kind optimale Hörsystem zu finden. Steht die Technik fest und ist die Einstellung in Ordnung, erfolgt ein letzter Termin in der Klinik/Pädaudiologie. Dort wird die ausgewählte Hörsystemversorgung noch einmal abschließend überprüft.

Nach dem Abschluss der Versorgung mit einem passend eingestellten Hörsystem ist es sehr wichtig, die Hörentwicklung und die Effektivität des Hörsystems weiterhin zu überprüfen. Es werden regelmäßige Wartungstermine für die Hörsysteme vereinbart, sowie Termine für die Überprüfung der Hörfähigkeit Ihres Kindes mit und ohne Hörsystem. Treten zwischen diesen Terminen Probleme und Fragen auf, oder haben Sie das Gefühl, es hat sich etwas verändert, können Sie jederzeit Ihren Pädakustiker kontaktieren und kurzfristig einen Termin für eine kostenfreie Beratung vereinbaren. Denn für Ihr Kind sollen stets alle besten Voraussetzungen gewährleistet sein.

Weitere Hilfsmittel, die den Alltag der Kinder erleichtern

Im Laufe der Zeit können Hilfsmittel eine sinnvolle Ergänzung zum Hörsystem sein. Dabei geht es vor allem darum, die Situation Ihres Kindes beim Hören im Alltag weiter zu optimieren. Zu diesen Hilfsmitteln gehören z.B. Übertragungsanlagen für Kindergärten und Schulen, Lichtsignalanlagen und einiges mehr.

Geben Sie die Kontaktdaten Ihres Pädakustikers gerne an Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen, die Ihr Kind besucht, weiter. Je mehr Parteien sich für das Wohl ihres Kindes und auch vieler anderer Kinder mit einem ähnlichen Handicap einsetzen und sich über die Entwicklung austauschen, umso besser können alle Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend umsorgt und gefördert werden!

Hör24 berät zum Thema Pädakustik

Sie haben noch Fragen, die wir hier nicht ausreichend detailliert beantwortet haben? Dann melden Sie sich einfach bei uns! Hör24 steht Ihnen gerne für weitere Informationen zur Verfügung!


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